Eindrucksvoll und sehr bekannt sind die Überreste des römischen Aquädukts. Sie gehören zu den besterhaltenen in Norditalien. Es steht außerhalb des modernen Wohngebiets, nahe beim Flussverlauf der Bormida. Die Konstruktion kann aller Wahrscheinlichkeit nach in die erste Kaiserzeit, vermutlich sogar vor dem augustinischen Zeitalter angesiedelt werden (Anfang erstes Jahrhundert nach Christus).
Erhalten sind zwei große separate Abschnitte der originalen erhöhten Struktur , Verbindungen mit jeweils sieben und acht Mauer-Pylonen, deren Basis quadratisch waren (die Seitenlänge der Quadrate sind zwischen 180 und 300 cm lang, die Länge nimmt mit der Höhe der Pylonen ab). Mit zunehmender Höhe werden die Pylonen progressiv schmäler und laufen mit regelmäßigen sägenartigen Absätzen bis zu einer Höhe von circa 15 m zusammen. Auf diesen bauen sich niedrige Segmentbögen mit einem Radius von 3,35 m auf (von denen vier geblieben sind), über die die Wasserleitung geführt hat. Diese ist allerdings heute nicht mehr erhalten.
Der Verlauf des Aquädukts erstreckte sich auf einer Gesamtlänge von circa 12 km. Von dem Wassersammelbecken in der Ortschaft Lagoscuro (jetzt Kommune Cartosio)beginnend, verlief es durch das Erro-Tal (es verlief auf der rechten Seite des Flusses Erro) und führte durch die Marchiolli Region – wo es wahrscheinlich von anderen Quellen in der Zone des Berges Rocca Sorda beliefert wurde. Genau in dieser Zone, in der Ortschaft La Maddalena, wurde ein langer Leitungsabschnitt gefunden. Schlussendlich führte das Aquädukt bis zum linken Ufer der Bormida, mit einem Gesamthöhenunterschied von circa 50 m.
Ein großer Teil der Strecke ist unterirdisch und wird durch einen Kanal mit einem rechteckigen Querschnitt (Breite 120 cm; Höhe 40 cm) gebildet, welcher – so zeigen es die Untersuchungen –an manchen Stellen mit einer Putzmischung bestehend aus Tonscherben und Kalk verputzt wurde – mit Wiederlager aus Zement (aus Flusskiesel oder kleine Sandsteinblöcke mit starkem Mörtel vermengt) gestützt wurden. Die Leitung wurde von Segmentbögen oder alternativ mit einer Abdeckung aus horizontalen oder überlagerten Sandsteinplatten bedeckt.
Am Ende jedoch – geographisch am Beginn der Region Marchiolli, auf der Höhe der heutigen Strada Statale del Sassello, wo vielleicht auch ein Absetzbecken existiert hat, das notwendig war,um das Wasser von Verschmutzungen zu reinigen,die sich im Zuge des abfallenden Verlaufes angesammelt haben – gerade wegen der Notwendigkeit, das Flussbett der Bormida zu überqueren, wurde die Konstruktion in der Höhe gebaut (deren Reste sind heute noch sichtbar), die direkt mit dem unterirdischen Teil des Kanals verbunden war.
Die ursprüngliche erhöhte Konstruktion musste insgesamt gebildet werden – berechnend den Weg der zu überwinden war und die Amplituden der Achsenabstände. Es mussten mindestens vierzig Pylonen gewesen sein, durch die das Aquädukt einen monumentalen Einzug in das Wohngebiet hielt. Es fehlen allerdings sichere, archäologische Daten über den Verlauf des Aquädukts im städtischen Bereich, obwohl es deutlich beobachtet wurde, dass die ideale Weiterführung des bekannten Verlaufes direkt auf die Höhe des Schlosses führen hätte können.
